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Welche Versicherungen brauche ich während der Gründungsphase wirklich?

Die Gründung einer Firma stellt dich vor zahlreiche neue Herausforderungen und ein gesundes Mass an Risikobereitschaft gehört da einfach dazu. Trotzdem gibt es private und geschäftliche Risiken, welche durch die passenden Versicherungsdeckungen minimiert werden sollten. Nur so gehst du auf Nummer sicher, dass du nicht wegen eines Rechtsstreits, einer fahrlässigen Entscheidung oder einer Schadenersatzforderungen eines Kunden den Traum vom erfolgreichen Unternehmen frühzeitig aufgeben musst. Welche Versicherungen obligatorisch bzw. sinnvoll sind, ist abhängig von der Branche und der gewählten Rechtsform deines Startups. Es werden grundsätzlich zwei Typen unterschieden: Die Personenversicherungen und die Betriebsversicherungen. Personenversicherungen werden meist staatlich vorgeschrieben, bei Betriebsversicherungen kannst du als Gründer grösstenteils selbst entscheiden.
10.09.2021
Vedran Pranjic

In diesem Artikel möchten wir dir zu mehr Durchblick im Versicherungsdschungel verhelfen. Die Tabelle gibt dir einen ersten Überblick. Beachte: Es gibt keinen definierten Versicherungsumfang pro Bezeichnung. Deshalb können Leistungen und Prämien von unterschiedlichen Versicherungsanbietern signifikant variieren!

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Für Gründer & Ihr Team

Personenversicherungen

Unabhängig der Rechtsform ist ein Gründer verpflichtet, sich bei einer Ausgleichskasse anzumelden. Diese regelt die 1. Säule (AHV, IV, EO) der Gründer und allfälligen Mitarbeitenden. Für Einzelunternehmer ist einzig dieser Schritt obligatorisch, darüber hinaus ist jeder für ausreichend Schutz und Vorsorge (BVG) selbst verantwortlich. Bei AGs und GmbHs kommt als Pflichtteil die Unfallversicherung, Arbeitslosenversicherung (ALV) und ab einem jährlichen Einkommen von mindestens CHF 21’510.– auch die berufliche Vorsorge (BVG) hinzu. Bei diesen juristische Personen werden Gründer als Angestellte der eigenen Firma gesehen und sind somit genauso zu versichern. 

Eine Krankentaggeldversicherung ist (bis auf wenige Branchen) freiwillig, lohnt sich aber spätestens dann, wenn dein Team wächst und das Lohnvolumen zunimmt. Ist eine solche Versicherung abgeschlossen, werden die obligatorischen Lohnfortzahlungskosten im Krankheitsfall übernommen.

Fürs Startup

Haftpflichtversicherung  für alle ein Muss! 

Die Berufs- bzw. Betriebshaftpflichtversicherung ist eine der wichtigsten Versicherung für etablierte Unternehmen sowie für Startups – sei es noch so klein! Denn bereits eine kleine Unachtsamkeit kann Schäden im eigenen Unternehmen oder am Vermögen betroffener Dritter auslösen, das finanzielle Fundament oder den guten Ruf schwer erschüttern. Hinzu kommt: Anforderungsprofile und gesetzliche Vorgaben verschiedenster Berufsbilder werden komplexer, was immer grössere Schadenspotenziale nach sich zieht. Zur Veranschaulichung hier einige Schadenbeispiele aus unterschiedlichen Branchen: Ein Maler verursacht durch Farbtropfen auf dem Parkettboden des Kunden einen Sachschaden; ein IT-Mitarbeiter verschuldet aufgrund einer falsch programmierte Website einen Vermögensschaden beim Kunden und ein Berater wird für die Verzögerung eines Projekts und damit einhergehender Gewinnausfall vom Kunden haftbar gemacht. Die D&O als Spezialform schützt leitende Angestellte und Organe gegen Vermögensschäden.

Sachversicherung – besitzt du schützenswerte, bewegliche Güter?

Besitzt du bewegliche Güter und sind diese ein wichtiger Bestandteil deines Business Modells (bspw. Herstellung oder Handel von Ware )? Dann ist die Sachversicherung definitiv sinnvoll. Sie schützt dein Inventar nach individuellem Bedarf vor unvorhergesehenen Zwischenfällen wie Feuer, Wasser oder Diebstahl.

Cyberversicherung – kannst du nicht ohne deine IT?

Diese Versicherung bietet dir Schutz vor Auswirkungen eines Hackerangriffs und Schutz bei Verstössen gegen den Datenschutz. Auch diese Versicherung ist durchaus sinnvoll, weil du als kleine Firma selten über ausreichend Ressourcen zum umfassenden Schutz der IT-Infrastruktur verfügst und deshalb ein beliebtes Ziel für Cyberkriminelle bist. Hackerangriffe, Trojaner etc. kann Jeden treffen; unabhängig der Betriebsgrösse. 

Rechtsschutzversicherung – möchtest du stets gut beraten sein?

Bei rechtliche Streitigkeiten werden während allen Phasen des Rechtsstreits die Kosten übernommen und Zugang zu Anwälten und Beratung bei Rechtsfragen gewährt. Diese Versicherung ist jedem Gründer zu empfehlen!

Betriebsunterbrechung – produzierst du selbst?

Die Betriebsunterbrechungsversicherung kann oft als Zusatz zu einer Sachversicherung gekauft werden. Diese Versicherung ist für Startups mit hohen Fixkosten (bspw. produzierendes Gewerbe, Handel, Gastronomie etc.) unerlässlich. Sollte der Betrieb einmal unerwartet stillsteht, werden laufende Kosten und Gewinneinbussen übernommen. Solange die Auswirkungen eines Betriebsausfalls für dein Startup überschaubar sind, kannst du ohne schlechtes Gewissen darauf verzichten.

Spartipps 

Vorweg: Die Prämienberechnung erfolgt stets abhängig von deiner Situation (Umsatz, gewünschte Versicherungssumme, Branche etc.). Dies macht die Versicherungslandschaft leider etwas intransparent. Doch ein Vorteil ist, dass Unternehmer Ihre Risiken sehr individuell beurteilen und entsprechend absichern können. 

Dieser Artikel beschränkt sich bereits auf die wichtigsten Versicherungen während der Gründungsphase. Du bist also gut beraten, diese auf die Relevanz für dein Startup zu prüfen und nicht prinzipiell aus Spargründen einen grossen Bogen darum zu machen.  Es gäbe noch viele weitere (Zusatz)Versicherungen wie beispielsweise Fahrzeug-, Transport-, Bauschaden- oder Vertrauensschadenversicherung – die sind jedoch nur in seltenen Fällen bereits während der Gründungsphase notwendig sind. 

Damit trotz umfassender Versicherung  am Ende des Monats noch möglichst viel Geld übrig bleibt, beachte folgende Tipps:

Versichere nur, was du brauchst: Insbesondere bei Paketlösungen musst du genau prüfen, ob du von sämtlichen Teilen einen Nutzen hast. Eine Transportversicherung nützt dir als Coiffeursalon wahrscheinlich wenig. 

  • Risiken abwägen: Versichere nur, was du als reelle Gefahr erachtest. Aber sei nicht zu knausrig und versichere existenzbedrohliche Gefahren konsequent!
  • Selbstbehalte: Setze deine Selbstbehalte hoch, um weniger Prämien zahlen zu müssen. Ratsam ist dies jedoch nur, wenn du bereits etwas Geld auf der Seite hat, um im Schadensfall den Selbstbehalt begleichen zu können.
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