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Teamgeist trotz Distanz

Zwischen Teamgefühl und Agilität Mit fortschreitender Digitalisierung und Globalisierung führen immer mehr Unternehmen Remote Work Regelungen ein. Dieser Trend ist durch die Pandemie noch einmal beschleunigt worden. Remote Work bezeichnet das Arbeiten ausserhalb des Betriebs unter Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie. Anders als das Home Office kann die Arbeit nicht ausschliesslich zuhause, sondern an einem […]
24.01.2022
Felix Huemer

Zwischen Teamgefühl und Agilität

Mit fortschreitender Digitalisierung und Globalisierung führen immer mehr Unternehmen Remote Work Regelungen ein. Dieser Trend ist durch die Pandemie noch einmal beschleunigt worden. Remote Work bezeichnet das Arbeiten ausserhalb des Betriebs unter Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie. Anders als das Home Office kann die Arbeit nicht ausschliesslich zuhause, sondern an einem beliebigen Ort auf der Welt – auch im Strandhaus in Südfrankreich – erbracht werden. Bei der Ausgestaltung gibt es zahlreiche Hybridvarianten. Den Mitarbeitenden werden generell lange Arbeitsphasen ohne Rückkehr in das Corporate Office ermöglicht. Bei Remote Only ist gar kein Aufenthalt im Corporate Office mehr vorgesehen.

Es versteht sich von selbst, dass diese Regelung nicht für alle Berufe sinnvoll umsetzbar ist. Geeignet ist es insbesondere für Bürojobs und Arbeitsbereiche, die sich lediglich mit einem Computer und einem Telefon erledigen lassen. Um Remote Work dauerhaft und erfolgreich zu implementieren, stehen Führungskräfte und ihre Teams vor neuen Herausforderungen. Was macht in diesem Kontext gute Teamarbeit aus? Welche Implikationen hat die Umstellung auf Remote Arbeiten für bestehende Arbeitnehmende? Wie können neue Mitarbeitende effektiv ins bestehende Team integriert werden?

 Flexibilität und Eigenverantwortung für Arbeitnehmende

Remote Work ist in Zeiten von COVID-19 aus dem Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken. Damit dieses Modell funktioniert, müssen die entsprechenden Voraussetzungen für Remote Work geschaffen werden, wie bspw. das Einrichten von einer angemessenen IT-Infrastruktur und etablieren von digitalen Kommunikationskanäle.

Die wahrgenommenen Vorteile von Remote Work scheinen zumindest aus Sicht der Mitarbeitenden zu überwiegen – denn zahlreiche Befragungen zeigen, dass nicht mehr auf die neugewonnene Freiheit verzichtet werden möchte. Zu diesem Ergebnis kam eine aktuell Citrix-Studie, für die 3750 Bürobeschäftigte aus UK, Frankreich, Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden befragt wurden. Firmen, die dennoch 100 Prozent Anwesenheit verlangen, werden bei ihren Beschäftigten auf Widerstand stossen. Die Studie ergab, dass 57 Prozent der Schweizer Befragten nach der Pandemie teils von zu Hause und teils vor Ort arbeiten wollen. Zudem sagten rund 40 Prozent der Arbeitnehmenden, sie würden eine Arbeitsstelle ablehnen, wenn keine Homeoffice Möglichkeiten bestehen. Die dabei meistgenannten Vorteile waren etwa die Zeitersparnis durch den Wegfall des Arbeitswegs, gesteigertes Autonomiegefühl, mehr Eigenverantwortung und die erhöhte Flexibilität. Den Arbeitnehmenden wird eine neue Rolle der Selbstorganisation zuteil und Arbeitszeiten können im Homeoffice flexibler eingeteilt werden. Die Unternehmen sind also im Zugzwang. Doch was bedeutet diese Entwicklung für Unternehmen?

Ein Remote Team führen

Unternehmen sind in der Regel nur dann langfristig erfolgreich, wenn die Mitarbeitenden zufrieden sind. Die Einführung oder Erlaubnis von Remote Work allein garantiert noch keine solche Zufriendenheit. Damit das Modell langfristig funktioniert, bedarf es einer ganzheitlich Anpassung der Unternehmenskultur.

In einer virtuellen Arbeitswelt müssen Führungskräfte vermehrt Initiativen ergreifen, die Vertrauen und gute Kommunikation etablieren und stärken. Die optimale Führung im Remote Umfeld ermutigt proaktives Arbeiten und fordert Transparenz. Wie das in der Praxis aussieht? Führungskräfte können zum Beispiel die Mitarbeitenden in wichtige Entscheidungsprozesse einbeziehen und laufend über neue Beschlüsse informieren, wodurch ein Zugehörigkeitsgefühl vermittelt wird. Ausserdem sollte tendenziell eher zu viel als zu wenig kommuniziert werden: Daily Stand Up-Calls mit dem ganzen Team sind eine Möglichkeit – Personalumfragen eine Weitere. So bleiben die Prioritäten und die Kolleg:innen immer auf dem (Bild)Schirm und die Arbeit kann effizient erledigt werden, ohne dabei in der eigenen «Homeoffice-Bubble» zu verschwinden und den Anschluss zum Team zu verlieren. Die Kommunikation ist in den meisten Umfragen die Schwachstelle der Remote Work – sind sich Unternehmen dieser Gefahr bewusst, kann auch gezielt entgegengewirkt und digitale Räume der Kommunikation geschaffen werden.

Ein kleiner Überblick des Potentials von gut umgesetzten Remote Work Modellen für Führungskräfte:

  • Motivierte und selbstständige Mitarbeitende
  • Kostensenkung (weniger Büroflächen, tiefere Reisespesen etc.)
  • Effiziente Integration neuer Kolleg:innen in etablierte Teams
  • Ganzheitliche, digitale Dokumentation
  • Positionierung als zukunftsorientiertes Unternehmen
  • Positive Auswirkung auf das Employer Branding
  • Produktivere und zufriedene Mitarbeitende
  • Weniger Krankheitsausfälle

Teamgeist stärken

Auch wenn die Vorteile der Remote Work offensichtlich sind – eine grosse Herausforderung stellt die Stärkung des Teams. Dieses Gefühl kann verloren gehen, wenn nicht proaktiv die Kommunikation gefördert und zusätzliche Teambuilding-Massnahmen getroffen werden. Das Fehlen von sozialen Kontakten und von einem Zusammengehörigkeitsgefühl mindert die Produktivität und Motivation. Bereits mit einfachen Aktivitäten können Arbeitgeber den Zusammenhalt stärken. Hier kommen einige praktische Vorschläge.

1. Virtuelle Kaffeepause und Mittagessen

Im Büro sorgen gemeinsame Mittagspausen und kurze Kaffeepausen ganz automatisch für den persönlichen Austausch. Im Homeoffice können solche Pausen auch stattfinden – sie müssen nur geplant werden. Verschicke also gleich jetzt eine Einladung für den ersten virtuellen Lunch an dein Team – möglicherweise sogar mit Gutschein von deinem Lieblingslieferservice!  

 2. Quiz

Abgesehen von Mittagspausen können auch andere kreative Pausen eingebaut werden. Zum Beispiel in Form von Quiz Breaks. Hier bereiten im wöchentlichen oder monatlichen Rhythmus Mitarbeitende ein virtuelles Quiz vor. Die Fragen können von Allgemeinwissen über Sport bis hin zu fachlichen Themen alles beinhalten. So wird aktiv Zeit miteinander verbracht, kommuniziert und neue Gesprächsthemen angeregt.

3. Kennenlernrunden

Neue Mitarbeitende, neue Teammitglieder, neue Führungskräfte: Teams in Unternehmen entwickeln sich ständig weiter. Damit sich alle Mitarbeitenden untereinander auch remote kennenlernen können, sind regelmässige «Kennenlernrunden» ein probates Mittel.

4. Remote Before und After Works

Freitags auf ein Feierabendbier mit Kolleg:innen treffen, um die Woche abzuschliessen und das Wochenende einzuläuten – ein übliches Ritual das auch remote möglich ist. Und nicht nur das, auch Before Work Events, wie zum Beispiel Wake-Up Yoga oder Mediationen am Montagmorgen für einen entspannten und gemeinsamen Start in die Woche sind remote möglich. Das steigert das Gemeinschaftsgefühl und die Motivation.

 5. Status

In den meisten Messenger-Diensten gibt es die Möglichkeit, den aktuellen Status einzustellen. Durch das Nutzen der Statusfunktion kann darüber informiert werden, ob ein kurzfristiger Call, Meeting oder eine Absprache möglich sind. Zudem werden Missverständnisse durch unbeantwortete Nachrichten vorgebeugt. Transparenz ist das A und O in Zeiten von Remote Work.

6. Lob

Das Feiern gemeinsamer Erfolge und erreichter Ziele sollte auch im Homeoffice nicht zu kurz kommen. Hierfür kann zum Beispiel eine separate Chat-Gruppe eingerichtet werden, in der vor allem Lob ausgesprochen wird und Team- oder Einzelerfolge gefeiert werden. Auch monatliche Feedback-Calls helfen dabei, die Motivation aufrecht zu erhalten.

 7. Video

Von Angesicht zu Angesicht: Video Meetings fördern die verbale und nonverbale Kommunikation und sollten auf einer regelmässigen Basis abgehalten werden. Hierfür muss sichergestellt werden, dass alle Teilnehmer:innen mit Bild an der Videokonferenz partizipieren können.  

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