Eine eigene Firma gründen: Was wir aus unserem Gründungsprozess gelernt haben

Eine eigene Firma gründen: Was wir aus unserem Gründungsprozess gelernt haben

Am Anfang stehen eine Idee und der Wille, diese in ein Geschäft umzuwandeln, sprich: eine Firma zu gründen. Doch schnell kommen die ersten Fragen auf – von der zu wählenden Form (Einzelfirma oder GmbH?) und den administrativen Schritten der Firmengründung in der Schweiz bis hin zum Businessplan, der Finanzierung und möglichen Stolpersteinen.

Wir von Helvengo wissen genau, wie sich das anfühlt, denn auch wir haben einen solchen Startup-Gründungsprozess hinter uns. Und bei jedem Schritt haben wir unglaublich viel dazugelernt – und tun das noch immer.

Ein eigenes Geschäft eröffnen in der Schweiz: von der Idee zur eigentlichen Gründung

Um eine Firma zu gründen, braucht es eine Idee und das nötige Branchenwissen

In der Regel beginnt alles mit einer Geschäftsidee. Bei uns hat sich diese aus der Arbeit bei wefox heraus entwickelt – ein Unternehmen, das in der digitalen Versicherungsbranche tätig ist, sich aber auf Privatkund:innen fokussiert. Während unserer damaligen Anstellung erkannten wir: «So etwas bräuchte es auch für den Firmenkundenbereich!». Und damit sind wir schon bei einer ersten zentralen Voraussetzung, um eine eigene Firma zu gründen: Man sollte die Branche wie seinen Hosensack kennen (oder zumindest bereit sein, sich reinzufuchsen). Schliesslich muss man genau wissen, was der Markt bietet und was die Kund:innen suchen und brauchen.

«Für uns war klar: Wir wollen einen echten Unterschied schaffen, die Digitalisierung und digitale End-to-End-Prozesse für KMU-Versicherungen vorantreiben. Und das gelingt uns nur, wenn wir selbst Produktgeber sind.» – Felix Huemer, Co-Founder & Managing Director von Helvengo

Von der Theorie zur Praxis: Wie gründe ich eine Einzelfirma oder GmbH?

Viele Gründer:innen haben am meisten Respekt vor den administrativen Schritten der Firmengründung. Dafür gibt es aber keinen Grund, denn aus eigener Erfahrung können wir versichern, wenn man ein Geschäft (Startup oder KMU) in der Schweiz eröffnen möchte, sieht man sich recht wenigen bürokratischen Hürden gegenüber.

Sobald man weiss, ob man eine Einzelfirma oder GmbH gründen möchte, kann man sich an einer Checkliste orientieren oder sich professionelle Hilfe von Firmen wie startups.ch oder IFJ holen. Wir haben Helvengo im Jahr 2020 als Aktiengesellschaft gegründet und schnell gemerkt: Was wirklich einen Unterschied macht, ob die Gründung problemlos erfolgt oder nicht, ist die Motivation, das Commitment und vor allem ein solider Businessplan.

Herausforderung Firma gründen: Alles steht und fällt mit einem guten Businessplan

Der administrative Prozess muss einfach durchlaufen werden, darum kommt man nicht herum. Und dieser Prozess erfordert viel Geduld. Einzelne Schritte wie z.B. Termine auf dem Notariat oder die Suche und das Einrichten der Büroräumlichkeiten kosten Zeit. Sich dabei stressen zu lassen, nützt allerdings nichts. Akzeptanz ist hier gefragt. Das ist aber nicht die einzige ausschlaggebende Zutat für eine erfolgreiche Gründung.

«Viel wichtiger ist es, eine genaue Vorstellung zu haben, wie man sein Unternehmen in der Zukunft aufstellen möchte, welche Ausrichtung man haben möchte.» – Felix Huemer, Co-Founder & Managing Director von Helvengo

Laut Felix geht es nicht nur darum, eine grobe Vorstellung zu haben, sondern diese auch konkret in Form eines Businessplans aufs Papier zu bringen. Wenn dieser erst einmal steht, sollte man ihn kritisch hinterfragen (lassen) – am besten auch mithilfe von externen Expert:innen. Schliesslich basiert darauf die zukünftige Geschäftstätigkeit. Eine zentrale Frage dabei ist: «Komme ich irgendwann an den Kostendeckungspunkt (Break-Even-Point), also ist mein Unternehmen langfristig rentabel?»

Lautet die Antwort darauf «Nein», muss man sich überlegen, ob die Geschäftsidee wirklich einen Business Case hat. Ansonsten sollte man sie vielleicht radikal neu denken oder sogar verwerfen – so hart das auch klingen mag. Die Antwort lautet «Ja»? Umso besser, dann kann es losgehen mit dem Abenteuer Firmengründung! Dabei muss dir aber bewusst sein, dass hier der volle Einsatz der Gründer:innen erforderlich ist, um erfolgreich zu sein. Und das nicht nur während der Gründungsphase, sondern auch während der ersten paar Jahre nach der Gründung (und am besten noch darüber hinaus).

Erfolgreich eine Firma gründen: Wie sieht es aus mit der Finanzierung?

Der Businessplan ist erstellt, die Firma offiziell gegründet und ins Handelsregister eingetragen. Doch wie sieht es mit der Finanzierung aus? Wenn man nicht viel eigenes Kapital mitbringt (und das tun wohl die Wenigsten im Startup- und KMU-Umfeld), braucht man Fremdkapital. Ein möglicher Weg, den auch wir eingeschlagen haben, ist, Investor:innen mit ins Boot zu holen.

💡 Bei Startups, die sich durch Venture Capital finanzieren, ist es empfehlenswert, von Anfang an einen juristischen Beistand hinzuziehen. Es gibt spezialisierte Anwält:innen extra für diesen Bereich, die einen vor kostspieligen Fehlern bewahren.

Dazu muss man in einem ersten Schritt den Markt verstehen: «Welche:r Investor:in passt zum Stadium, in dem sich mein Unternehmen gerade befindet?» Wir empfehlen dir, das vorhandene Netzwerk zu nutzen, um mit den ersten Investor:innen in Kontakt zu kommen. Denn selbst wenn diese nicht investieren, empfehlen sie einen vielleicht weiter und man bringt den eigenen Namen in wichtigen Kreisen in Umlauf.

Unsere wohl grösste Lehre, die wir aus diesem Prozess ziehen: Bei der Suche nach geeigneten Investor:innen braucht man viel Geduld und darf sich nicht gleich entmutigen lassen.

«Wenn man eine Idee hat, sollte man nicht gleich enttäuscht sein, wenn die ersten Absagen von Investoren reinkommen. Es ist ganz normal, dass man deutlich mehr NEIN als JA hört.» – Felix Huemer, Co-Founder & Managing Director von Helvengo

Jede Absage ist als Übung mit Lerneffekt zu sehen, sodass man umso mehr bereit ist, wenn es dann die oder den perfekte:n Investor:in vom eigenen Startup zu überzeugen gilt. Felix hatte in diesem Prozess z.B. Phasen, in denen er vier- oder fünfmal am Tag die gleiche Präsentation gehalten hat. Und das war es trotz einiger «Nein» am Ende wert, denn so hat er gelernt, worauf es dabei ankommt und was die Investor:innen wollen.

«Ich sage immer: Professionalism comes with repetition.» – Felix Huemer, Co-Founder & Managing Director von Helvengo

Doch Achtung! Wenn dann endlich das langersehnte «Ja» kommt, sollte man vor lauter Freude trotzdem nicht gleich einen Vertrag unterschreiben. Ein Investitionsangebot muss für beide Seite passen. Man sollte aufpassen, dass die Bewertung nicht zu tief ist und keine für die Gründer:innen unvorteilhaften Klauseln – wie z. B. Liquidationsvorzüge – eingebaut werden.

Die folgenden Fragen gilt es bei solchen Verträgen zu beachten:

  • Wer darf was?
  • Wie viel Macht hast du als Verwaltungsrat noch in deiner Firma?
  • Bei welchen Entscheidungen braucht es die Zustimmung der Investor:innen?
  • Welche Voraussetzungen musst du erfüllen?
  • Wie stark wird dein Unternehmen durch Fremdanteile verwässert?

Und: Wenn man die Wahl hat, sollte man Investor:innen bevorzugen, die sich in der Branche auskennen. So profitiert man neben dem Kapital auch noch von wertvollen Tipps und Kontakten.

Wir drücken dir die Daumen, dass du wie wir bei Helvengo mehr Investitionsangebote bekommst, als nötig wären, und du so die Qual der Wahl für die perfekten Investor:innen hast.

💡 Wie kann man Investor:innen überhaupt für sich gewinnen?

  • Marktpotenzial: Gibt es einen echten Business Case und ist das Geschäftsmodell skalierbar?
  • USP: Was ist der Unique Selling Point des Startups/KMU?
  • Teamstärke: Wie gut ergänzen sich die Gründer:innen mit ihren individuellen Stärken? Werden alle wichtigen Bereiche abgedeckt? Funktionieren die Gründer:innen auch auf persönlicher Ebene gut als Team?

Und dann? Von der Finanzierung zum ersten Produkt

Wenn die Finanzierung erst einmal steht, geht es ans Eingemachte: das eigentliche Produkt. Aus unserer Gründungsgeschichte haben wir gelernt, dass dies ein langwieriger Prozess ist und man auch bereit sein muss, Geplantes wieder zu verwerfen, um neue Erkenntnisse einweben zu können.

Wir dachten z.B. am Anfang, dass wir die IT an Drittanbieter auslagern können, haben dann aber schnell gemerkt, dass sie unbedingt intern gemacht werden muss, damit unser Produkt funktioniert. Und selbst mit dem Go-live ist der Prozess noch lange nicht abgeschlossen. Wir entwickeln unser Produkt laufend weiter – und das ist auch gut so.

Grundsätzlich gilt im Startup-Bereich: Oft braucht alles (viel!) länger als geplant. Man muss also genügend Puffer einbauen, damit es nicht gleich in Stress ausartet, sollte man im Vergleich zum Plan etwas hinterherhinken.

Und wenn es doch mal schwierig wird, erfordert es ganz einfach viel Resilienz.

«Mit Resilienz meine ich, nicht zu früh aufzugeben, aber auch, dass man sich nicht zu sehr unter Druck setzen lässt. Du solltest dich wirklich um ein Setup bemühen, das aus deiner eigenen Sicht perfekt ist.» – Felix Huemer, Co-Founder & Managing Director von Helvengo

💡 Firma gründen: Welche Versicherungen brauche ich für mein Unternehmen?

Als Startup oder KMU gibt es einige obligatorische Versicherungen, die man abschliessen muss. Wenn man die ersten Mitarbeiter:innen einstellt, werden das z.B. mit der BVG und UVG noch mehr.

Gerade am Anfang kann es immer wieder Überraschungen geben. Da ist es beruhigend, wenn man sich voll und ganz aufs unternehmerische Risiko konzentrieren kann, und nicht noch Unvorhergesehenes im Blick haben muss. Denn viele Risiken (z. B. im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten oder Cyberkriminalität) kann man extern absichern.

Es lohnt sich also, sich frühzeitig auch mit nicht-obligatorischen Versicherungen auseinanderzusetzen, denn wenn ein Schaden eintritt, ist es leider schon zu spät.

Wir von Helvengo machen dir das ganz einfach – mit unseren Produkten, die auch für junge Startups erschwinglich und ganz leicht online abzuschliessen sind.

Versicherungsservice von Helvengo entdecken

Erfolgreiches Schweizer Startup gründen: Diese Stolperfallen gilt es zu vermeiden

Wir sind der Meinung: Nicht alle Fehler muss man selbst gemacht haben, um diesen auszuweichen. Deshalb wollen wir einige mögliche Stolpersteine auf dem Weg zur erfolgreichen Firmengründung aufzeigen – respektive wie Gründer:innen diese umgehen können.

Branchenspezifische Risiken kennen

Jede Branche hat ihre ganz eigenen Tücken. Für uns im Versicherungsbereich ist beispielsweise eine grosse Herausforderung, das Vertrauen der Broker und Endkund:innen zu gewinnen. Diese ganz spezifischen Herausforderungen, für die man genügend Ressourcen einplanen sollte, gibt es in jeder Branche.

Unser Tipp: Mach dir also bewusst, welche Challenges und Risiken für deinen Businesszweig typisch sind, und sichere dich gegebenenfalls auch über Versicherungen dagegen ab.

Traurig, aber wahr: Die Welt hat nicht auf dich gewartet

In 99.9 % der Fälle hat die Welt nicht auf dein Produkt gewartet, sie weiss vielleicht noch nicht einmal, dass sie es braucht. Es ist deshalb falsch, davon auszugehen, dass es gleich weggeht wie warme Weggli, selbst wenn es noch so toll und innovativ ist. Viele Menschen scheuen Veränderungen und müssen erst einmal von neuartigen Produkten und Services überzeugt werden.

Unser Tipp: Setze deine Erwartungen an potenzielle Verkäufe und Umsätze realistisch und nicht zu hoch an. Steig lieber tiefer ein und stecke deine Ziele dann nach und nach höher.

Nicht zu unterschätzen: Steuern & Administratives

Es gibt unzählige steuerliche und administrative Dinge sowie (je nach Branche mehr oder weniger) Vorgaben und Compliance-Richtlinien zu beachten – erst recht auch nach der Gründung.

Unser Tipp: Wenn du keine Zeit und Lust hast, in diesen Dingen eigene Expertise zu erlangen, solltest du dir am besten professionelle Hilfe holen, um später keine bösen Überraschungen (z. B. in Form von Bussen oder hohen Steuernachzahlungen) zu erleben.

Alles. Braucht. Seine. Zeit.

Apropos Zeit und Lust: Man darf auch nicht unterschätzen, wie limitiert die zeitlichen Ressourcen anfangs sind. Deshalb ist es wichtig, richtig zu priorisieren und nicht alles gleichzeitig machen zu wollen. Denn alles braucht seine Zeit (und meistens noch ein bisschen länger). Unsere Seed-Phase hat beispielsweise etwa sechs Monate gedauert – wir rechneten damals mit zwei bis drei Monaten.

Unser Tipp: Setze radikal deine Prioritäten und plane für jeden Schritt mehr Zeit ein als du glaubst, dass es braucht.

Und immer schön flexibel bleiben

Wir haben es schon angedeutet: Es werden immer wieder Situationen auftreten, die erfordern, dass man seine Pläne überdenkt oder über Bord wirft. In solchen Fällen gilt es, Ruhe zu bewahren und flexibel zu bleiben.

Unser Tipp: Sieh es positiv: So wird es wenigstens nie langweilig und du kannst deine Kreativität und lösungsorientierte Denkweise unter Beweis stellen.

Ein eigenes Unternehmen gründen: das Wichtigste im Überblick

Sei beruhigt, auch bei uns lief nicht immer alles rund, doch wir haben den Schritt in die Selbständigkeit nie bereut. Wenn du mit genauso viel Leidenschaft und Einsatz an die Firmengründung gehst wie wir damals mit Helvengo, kommt es sicher gut mit deinem Business. Und egal, wie stressig es auch werden mag, denke immer daran: Eine gute Geschäftsidee zu haben und diese zu verwirklichen ist eine wahnsinnige Chance, ja ein Privileg.

Falls du doch an den Punkt kommst, an dem du am liebsten alles hinschmeissen würdest, erinnere dich an diese Worte von Felix:

«Es ist hart, aber the grass is not greener on the other side.» – Felix Huemer, Co-Founder & Managing Director von Helvengo

Dein Einsatz wird immer in irgendeiner Form belohnt. Deine Firma ist nämlich kein Selbstzweck, sondern das Gefäss für deine Dienstleistung, dein Produkt, mit dem du einen gesellschaftlichen Beitrag leisten willst. Und das ist das, worum es letztlich geht: deine Vision.

❓ Du stehst kurz vor oder inmitten deiner ersten Firmengründung und hast Fragen? Wir freuen uns, wenn wir dir weiterhelfen können. Teile deine Erfahrungen, egal ob Hürden oder Erfolge im Gründungsprozess, mit uns. Schreib uns eine Mail an info@helvengo.ch.

Welche Versicherungen brauche ich während der Gründungsphase wirklich?

Welche Versicherungen brauche ich während der Gründungsphase wirklich?

In diesem Artikel möchten wir dir zu mehr Durchblick im Versicherungsdschungel verhelfen. Die Tabelle gibt dir einen ersten Überblick. Beachte: Es gibt keinen definierten Versicherungsumfang pro Bezeichnung. Deshalb können Leistungen und Prämien von unterschiedlichen Versicherungsanbietern signifikant variieren!

No alt text provided for this image

Für Gründer & Ihr Team

Personenversicherungen

Unabhängig der Rechtsform ist ein Gründer verpflichtet, sich bei einer Ausgleichskasse anzumelden. Diese regelt die 1. Säule (AHV, IV, EO) der Gründer und allfälligen Mitarbeitenden. Für Einzelunternehmer ist einzig dieser Schritt obligatorisch, darüber hinaus ist jeder für ausreichend Schutz und Vorsorge (BVG) selbst verantwortlich. Bei AGs und GmbHs kommt als Pflichtteil die Unfallversicherung, Arbeitslosenversicherung (ALV) und ab einem jährlichen Einkommen von mindestens CHF 21’510.– auch die berufliche Vorsorge (BVG) hinzu. Bei diesen juristische Personen werden Gründer als Angestellte der eigenen Firma gesehen und sind somit genauso zu versichern. 

Eine Krankentaggeldversicherung ist (bis auf wenige Branchen) freiwillig, lohnt sich aber spätestens dann, wenn dein Team wächst und das Lohnvolumen zunimmt. Ist eine solche Versicherung abgeschlossen, werden die obligatorischen Lohnfortzahlungskosten im Krankheitsfall übernommen.

Fürs Startup

Haftpflichtversicherung  für alle ein Muss! 

Die Berufs- bzw. Betriebshaftpflichtversicherung ist eine der wichtigsten Versicherung für etablierte Unternehmen sowie für Startups – sei es noch so klein! Denn bereits eine kleine Unachtsamkeit kann Schäden im eigenen Unternehmen oder am Vermögen betroffener Dritter auslösen, das finanzielle Fundament oder den guten Ruf schwer erschüttern. Hinzu kommt: Anforderungsprofile und gesetzliche Vorgaben verschiedenster Berufsbilder werden komplexer, was immer grössere Schadenspotenziale nach sich zieht. Zur Veranschaulichung hier einige Schadenbeispiele aus unterschiedlichen Branchen: Ein Maler verursacht durch Farbtropfen auf dem Parkettboden des Kunden einen Sachschaden; ein IT-Mitarbeiter verschuldet aufgrund einer falsch programmierte Website einen Vermögensschaden beim Kunden und ein Berater wird für die Verzögerung eines Projekts und damit einhergehender Gewinnausfall vom Kunden haftbar gemacht. Die D&O als Spezialform schützt leitende Angestellte und Organe gegen Vermögensschäden.

Sachversicherung – besitzt du schützenswerte, bewegliche Güter?

Besitzt du bewegliche Güter und sind diese ein wichtiger Bestandteil deines Business Modells (bspw. Herstellung oder Handel von Ware )? Dann ist die Sachversicherung definitiv sinnvoll. Sie schützt dein Inventar nach individuellem Bedarf vor unvorhergesehenen Zwischenfällen wie Feuer, Wasser oder Diebstahl.

Cyberversicherung – kannst du nicht ohne deine IT?

Diese Versicherung bietet dir Schutz vor Auswirkungen eines Hackerangriffs und Schutz bei Verstössen gegen den Datenschutz. Auch diese Versicherung ist durchaus sinnvoll, weil du als kleine Firma selten über ausreichend Ressourcen zum umfassenden Schutz der IT-Infrastruktur verfügst und deshalb ein beliebtes Ziel für Cyberkriminelle bist. Hackerangriffe, Trojaner etc. kann Jeden treffen; unabhängig der Betriebsgrösse. 

Rechtsschutzversicherung – möchtest du stets gut beraten sein?

Bei rechtliche Streitigkeiten werden während allen Phasen des Rechtsstreits die Kosten übernommen und Zugang zu Anwälten und Beratung bei Rechtsfragen gewährt. Diese Versicherung ist jedem Gründer zu empfehlen!

Betriebsunterbrechung – produzierst du selbst?

Die Betriebsunterbrechungsversicherung kann oft als Zusatz zu einer Sachversicherung gekauft werden. Diese Versicherung ist für Startups mit hohen Fixkosten (bspw. produzierendes Gewerbe, Handel, Gastronomie etc.) unerlässlich. Sollte der Betrieb einmal unerwartet stillsteht, werden laufende Kosten und Gewinneinbussen übernommen. Solange die Auswirkungen eines Betriebsausfalls für dein Startup überschaubar sind, kannst du ohne schlechtes Gewissen darauf verzichten.

Spartipps 

Vorweg: Die Prämienberechnung erfolgt stets abhängig von deiner Situation (Umsatz, gewünschte Versicherungssumme, Branche etc.). Dies macht die Versicherungslandschaft leider etwas intransparent. Doch ein Vorteil ist, dass Unternehmer Ihre Risiken sehr individuell beurteilen und entsprechend absichern können. 

Dieser Artikel beschränkt sich bereits auf die wichtigsten Versicherungen während der Gründungsphase. Du bist also gut beraten, diese auf die Relevanz für dein Startup zu prüfen und nicht prinzipiell aus Spargründen einen grossen Bogen darum zu machen.  Es gäbe noch viele weitere (Zusatz)Versicherungen wie beispielsweise Fahrzeug-, Transport-, Bauschaden- oder Vertrauensschadenversicherung – die sind jedoch nur in seltenen Fällen bereits während der Gründungsphase notwendig sind. 

Damit trotz umfassender Versicherung  am Ende des Monats noch möglichst viel Geld übrig bleibt, beachte folgende Tipps:

Versichere nur, was du brauchst: Insbesondere bei Paketlösungen musst du genau prüfen, ob du von sämtlichen Teilen einen Nutzen hast. Eine Transportversicherung nützt dir als Coiffeursalon wahrscheinlich wenig. 

  • Risiken abwägen: Versichere nur, was du als reelle Gefahr erachtest. Aber sei nicht zu knausrig und versichere existenzbedrohliche Gefahren konsequent!
  • Selbstbehalte: Setze deine Selbstbehalte hoch, um weniger Prämien zahlen zu müssen. Ratsam ist dies jedoch nur, wenn du bereits etwas Geld auf der Seite hat, um im Schadensfall den Selbstbehalt begleichen zu können.
Loading...